Wissen, Werkzeuge & Perspektiven

11:00 Uhr Eröffnung

  • Eva-Charlotte Proll, Herausgeberin und Chefredakteurin, Behörden Spiegel
  • Marc Weichhan, Brandschutzbeauftragter, Baden-Württemberg
  • Holger Schumacher, Experte für Risikokompetenz
  • Dr. Henning G. Goersch, Lehrstuhl für Gefahrenabwehr und Bevölkerungsschutz, FOM-Hochschule

11:15 Uhr Keynote: Hybride Bedrohungslagen – Die neue Normalität?

Dominik Heytens, Kölner Forum für Internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik e. V.

12:00 Uhr Aktuelle Bedrohungslagen aus Sicht der Kritischen Infrastruktur

Marc Weichhan, Brandschutzbeauftragter, Baden-Württemberg

12:45 Uhr Vorstellung der Breakout-Sessions und Gruppeneinteilung

13:15 Uhr Workshops

  • Workshop 1 – Risikokompetenz in der Krise
    Leitung: Holger Schumacher, Experte für Risikokompetenz
  • Workshop 2 – Hybride Bedrohungen & Desinformation
    Leitung: Dominik Heytens, Kölner Forum für Internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik e. V., Prof. Dr. rer. pol. Henning G. Goersch, Professor für Gefahrenabwehr und Bevölkerungsschutz, FOM-Hochschule
  • Workshop 3 – Krisenmanagement strukturiert denken & aufbauen
    Leitung: Tim Eikelberg, Leiter Bevölkerungsschutz, Stadt Tönisvorst

16:00 Uhr Podiumsdiskussion: Was bleibt vom Tag – und was hilft im Ernstfall?

Moderation: Marc Weichhan, Brandschutzbeauftragter, Baden-Württemberg

  • Holger Schumacher, Experte für Risikokompetenz
  • Dr. Henning G. Goersch, Lehrstuhl für Gefahrenabwehr und Bevölkerungsschutz, FOM-Hochschule
  • Dominik Heytens, Kölner Forum für Internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik e. V.

17:30 Uhr Abschluss des Tages

BIG CRISIS: Die interaktive Krisenstabsübung

09:00 Uhr Einstieg, Briefing & Gruppeneinteilung

  • Marc Weichhan, Brandschutzbeauftragter, Baden-Württemberg
  • Holger Schumacher, Experte für Risikokompetenz

09:30 Uhr Übungsbeginn

  • Marc Weichhan, Brandschutzbeauftragter, Baden-Württemberg
  • Holger Schumacher, Experte für Risikokompetenz

12:30 Pause

13:15 Auswertung BIG Crisis

14:15 Uhr Abschluss & Lessons Learned

  • Marc Weichhan, Brandschutzbeauftragter, Baden-Württemberg
  • Holger Schumacher, Experte für Risikokompetenz

15:00 Uhr Verabschiedung

  • Marc Weichhan, Brandschutzbeauftragter, Baden-Württemberg
  • Holger Schumacher, Experte für Risikokompetenz

Workshop: Risikokompetenz in der Krise

Leitung: Holger Schumacher, ständiges Mitglied des Stuntteams von Alarm für Cobra 11

In dieser Session steht der Mensch im Zentrum – genauer gesagt: sein Verhalten unter extremem Stress. Mit einem besonderen Blick auf Erkenntnisse aus dem Actionsport und dem Stuntbereich zeigt Holger Schumacher auf, wie Entscheidungen unter Unsicherheit entstehen und wie mentale und teambezogene Faktoren die Krisenfähigkeit beeinflussen.

Inhalte u. a.:

  • Was ist Risikokompetenz – und warum ist sie in Krisenstäben überlebenswichtig?
  • System 1 und System 2 (nach Kahneman): Schnelle vs. überlegte Entscheidungen
  • Typische Denkfehler in Krisen und wie man sie erkennt (Heuristiken & Biases)
  • Emotionale Selbstkontrolle und mentale Klarheit unter Druck
  • Flow vs. Kontrollverlust – wie Führung auch im Chaos funktioniert
  • Kommunikation und Rollenverhalten in Hochleistungsteams
  • Praktische Tools für Krisenstäbe: mentale Shortcuts, Prognosefeedback, Debriefingstrukturen

Die Teilnehmenden reflektieren ihre eigenen Entscheidungsmechanismen und entwickeln individuelle Strategien, um unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben.

Workshop: Hybride Bedrohungen & Desinformation

Leitung: Dominik Heytens, Kölner Forum für Internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik e. V. & Prof. Dr. rer. pol. Henning G. Goersch, Professor für Gefahrenabwehr und Bevölkerungsschutz, FOM-Hochschule

Workshop: Krisenmanagement strukturiert denken & aufbauen

Leitung: Tim Eikelberg, Leiter Bevölkerungsschutz, Stadt Tönisvorst

Diese Session bietet praxisnahes Wissen zur organisatorischen Seite von Krisenbewältigung: Wie kann man in knapper Zeit mit begrenztem Personal einen funktionierenden Krisenstab aufbauen? Welche Mindestbesetzungen sind realistisch – und was ist juristisch zu beachten?

Inhalte u. a.:

  • Grundlagen der Stabsarbeit: Zuständigkeiten, Aufgaben, Begriffsdefinitionen
  • Einrichtung einer Führungszelle als „Rumpfstab“
  • Besetzungsmodelle: Was ist das Minimum für Handlungsfähigkeit?
  • Besprechungs- und Arbeitsphasen im Stabsalltag
  • Lagebilder, Dokumentation & Visualisierung – effektiv und gerichtsfest
  • Tools und Methoden für effektive Stabsprozesse

Ziel ist ein realistisches Verständnis von Stabsarbeit – angepasst an die tatsächlichen Ressourcenlagen vieler Organisationen.

Übung „Big Crisis“

BIG CRISIS: Die interaktive Krisenstabsübung

Die Übung „BIG Crisis“ ist das Herzstück des zweiten Kongresstages: ein interaktives, multisensorisches Szenario, das die Teilnehmenden in Echtzeit mit einer komplexen Lage konfrontiert – und zum Handeln zwingt. Ziel ist es, das am Vortag Gelernte unter Stressbedingungen anzuwenden und im Team zu bestehen.

Einstieg, Briefing & Gruppeneinteilung

Das Szenario: Spontaner Amoklauf in kommunaler Einrichtung

Ein Amoklauf wird plötzlich gemeldet. Die Informationen sind bruchstückhaft, emotional aufgeladen, zum Teil widersprüchlich. Die Teilnehmen sind der zuständige Krisenstab werden in klassischen S-Funktionen (Gruppen à max. 8 Personen) eingeteilt (Lage, Personal, Versorgung etc.) und übernehmen gemeinsam die Führungsverantwortung.

Übungsbeginn

Dynamik der Übung:

  • Das Szenario entwickelt sich in Echtzeit. Neue Informationen werden im 15–20-Minuten-Takt eingespielt – per Video, Textnachricht, Audio oder optional durch Schauspieler:innen vor Ort.
  • Die Gruppen arbeiten parallel, kommunizieren ggf. über Gruppenleitungen, und erhalten in ihrer Funktion regelmäßig neue Lageeinspielungen, auf die sie reagieren müssen.
  •  Echte Zeitknappheit, Emotionalisierung, Unschärfen und externe Störungen sind Teil der Übung.

Ziele der Übung:

  • Handlungskompetenz unter Druck stärken
  • Rollenverständnis und Kommunikationsverhalten im Stab trainieren
  • Entscheidungsfähigkeit trotz Unvollständigkeit der Lageinformationen
  • Reflektion des eigenen Stressverhaltens und der Teamdynamik

Auswertung BIG Crisis

Nach dem praktischen Teil erfolgt eine strukturierte Reflexion:

  • Gemeinsame Nachbesprechung im Plenum
  • Kleingruppen-Feedback: „Was hat in unserer Gruppe gut funktioniert?“
  • Selbstreflexion: „Wie habe ich in meiner Rolle gehandelt?“
  • Optional: Fragebogenbasiertes Prognose-Feedback zur Selbsteinschätzung
  • Lessons Learned: Übertrag auf reale Krisensituationen und Arbeitskontexte

Aspekte (z.B.): Entscheidungswege, Kommunikation, Rollenverhalten, Umgang mit Ungewissheit, Effizienz von Prozessen etc.